Ratgeber-Tipp: Kinderlärm

Ein Kündigungsgrund Ihrer Mietwohnung?

Kinderlärm als KündigungsgrundIn Familien ist Kinderlärm ganz normaler Alltag, für kinderlose Paare und Singles jedoch meistens Lärmbelästigung. Aber ist das Grund genug für die Kündigung des Mietverhältnisses oder um eine Mietminderung einzufordern?

In der Regel nicht, geht es aus dem Urteil des Amtsgerichts Frankfurt am Main (Az. 33 C 3943/04) hervor. Kinder dürfen spielen, schreien und toben – solange das „übliche Maß“ nicht überschritten wird. Doch was bedeutet das genau? Wann handelt sich Kinderlärm um Lärmbelästigung? Was ist das übliche Maß?

Kinderlärm als Kündigungsgrund

Geltende Immisionsgrenz- und richtwerte können zur Beurteilung, ob der Kinderlärm zumutbar ist, zumindest nicht hinzugezogen werden, denn nach der Neufassung der Bundesimmissionsschutzverordnung zählt dieser in der Regel nicht zu den schädlichen Umwelteinwirkungen.

Auch die Zusicherung einer kinderfreien Nachbarschaft – und somit kein Kinderlärm – reicht nicht als Grund. Die Klage eines Mieters nachdem doch Kinder in der Nähe einzogen, wurde vom Gericht einfach abgewiesen (Az.: 412 C 23697/99).

Die Nachbarn müssen die Geräusche der Kinder dulden, solange die Ruhezeiten eingehalten werden. Auch dürfen die Kinder den Lärm nicht mutwillig verursachen, so zum Beispiel die Musik zu laut aufdrehen, oder den Fußball absichtlich gegen ein Garagentor prallen lassen.

Besonders tolerant sind die Gerichte bei Kindern unter 7 Jahren. Ausschlaggebend ist, ob sich das Kind altersgerecht verhält. Schreit zum Beispiel ein Säugling mitten in der Nacht, müssen das die Nachbarn hinnehmen, es handelt sich dabei nicht um Lärm. Denn dass Kinder einen Mangel an der Mietsache darstellen sollen, sei menschenunwürdig, so die Richter.

Damit dürften nun einige Eltern aufatmen. Denn ein weinendes Baby ist schon Stress genug. Gut, wenn man sich dann nicht noch um seine Nachbarn Gedanken machen muss. Und wenn die Kinder sich doch einmal wieder geräuschvoll austoben müssen, dann am Besten raus an die Luft. Inspirationen finden sich auf mitkid.de →

So können alle Beteiligten ihren Beitrag leisten, als Gemeinschaft zusammen wachsen und den Eltern das benötigte soziale Rückhalt bieten. Denn das Wichtigste ist doch, dass sich alle in einer Nachbarschaft wohl fühlen und Kinderlärm gar nicht als solcher empfunden wird.

Bildnachweis (2): nateOne @Flickr

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